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Hinweise zur Pflanzung und Pflege von Jungbäumen

Einleitung

Manche neu angelegte Pfirsichanlage endet sehr rasch mit dem Absterben der Bäume. Finanzielle Investitionen und zeitlicher Aufwand waren dann vergeblich. Das muss nicht so sein, wenn ein paar einfache pflanzenbauliche Prinzipien bei Pflanzung und Aufwuchspflege beachtet werden. Sie sichern das Anwachsen der Bäume und den Anfang eines in unserer Kulturlandschaft bedeutenden Lebensraumes.

Anspruch der Pflanze

Der Pfirsich benötigt warme und windgeschützte Standorte mit guter Sonneneinstrahlung. Diese ist besonders bei der Reife der Früchte erforderlich, damit sie ein gutes Aroma entwickeln.

Pflanztermin

Als Standortvoraussetzung für die Ernte von aromatischen, hochwertigen Früchten sollten die Böden nährstoffreich, feucht aber gut durchlässig sein (pH 5,0 bis 6,0). Besonders während des Fruchtwachstums ist auf trockenen Standorten auf ausreichende Wasserversorgung zu achten (eventuell Gießen). Baumpflanzungen sollten generell in der kühleren Jahreszeit (November bis März) vorgenommen werden. Bei den Pfirsichanpflanzungen führen die Frühjahrspflanzungen zu besseren Anwuchsergebnissen, da die jungen Pflanzen sehr kälteempfindlich sind. Auf eine ausreichende Wasserversorgung während der Anwuchsphase ist zu achten.

Qualität der Pflanzware

Bereits bei der Auswahl des Pflanzgutes wird der Grundstein für die spätere Entwicklung zu einem gesunden und wüchsigen Baum gelegt. Auf die Auswahl der Jungbäume ist daher ein besonderes Augenmerk zu richten. Der Stamm des Jungbaumes darf keine größeren Rindenverletzungen haben und sollte einen geraden Wuchs zeigen. Der Wurzelkörper sollte gut verzweigt und mit zahlreichen feinen Saugwurzeln besetzt sein. Es wird zwischen steingezogenen Sämlingen und veredelten Pfirsichbäumen unterschieden. Anzuchtbetriebe, die entsprechende Ware vorhalten sind auf Internetseite www.moselweinbergpfirsich.de verzeichnet

Transport und Lagerung

Bei Transport und kurzfristiger Lagerung dürfen vor allem die Wurzeln niemals austrocknen. Durch Abdecken werden sie vor Sonne und Wind geschützt. Eine sichere Zwischenlagerung von Gehölzen kann nur durch Einschlagen erfolgen, wobei alle Wurzelteile von feuchter Erde umgeben sein müssen.

Pflanzvorbereitung

Frisch gepflanzte Bäume erreichen ihr optimales Wachstum nur in einem gut durchlüfteten Boden. Bodenverdichtungen müssen daher vor der Pflanzung aufgebrochen werden. Bei Einzelbaumpflanzung wird eine Pflanzgrube ausgehoben, die um ein Vielfaches größer als der Wurzelkörper des zu pflanzenden Baumes sein sollte.

Pflanzschnitt

Da bei der Rodung der veredelten Jungbäume in der Baumschule der Wurzelkörper teilweise beschädigt wird, müssen durch den Pflanzschnitt auch die oberirdischen Teile des Baumes zurückgenommen werden. Der Pflanzschnitt beim Pfirsichbaum nimmt eine Sonderstellung ein. Die sogenannten vorzeitigen Triebe werden bis zur gewünschten Stammhöhe auf Astring entfernt. Der Mitteltrieb wird auf eine Blattknospe angeschnitten und die Seitentriebe auf zwei bis drei Blattknospen zurückgeschnitten Wenn das Bäumchen nun eher einem Spazierstock ähnelt wurde alles richtig gemacht. Das sehr verdunstungsanfällige Holz des Pfirsich erleidet bei zu zögerlichem Pflanzschnitt schnell Trockenschäden. Der Gerüstaufbau erfolgt erst mit dem Erziehungsschnitt in den Folgejahren. Wurzeln werden nicht eingekürzt, lediglich glatt angeschnitten, einschließlich evtl. Beschädigungen.

Pflanzung

Nach Aushub einer ausreichend großen Pflanzgrube wird zunächst ein Pfahl ca. 50 cm tief in den Boden eingeschlagen. Der Pflanzpfahl, der dem Jungbaum festen Halt geben soll, sollte auf der Seite der Hauptwindrichtung -in der Regel also auf der Westseite – des Baumes stehen, um Scheuerstellen zu vermeiden. Mit einer achtförmigen Schlinge aus Kokos-oder Sisalfaser wird der Baum am Pfahl festgebunden. Bei der Pflanzung wird der Erdaushub unter ständigem Rütteln des Baumes beigefüllt, damit keine Hohlräume entstehen. Besonders in leichten, also eher sandigen Böden verbessert zuvor das Tauchen der Wurzeln in Schlamm aus lehmiger Erde den Anwuchserfolg. Die Veredlungsstelle des Baumes muss sich bei abgeschlossener Pflanzung handbreit über der Erdoberfläche befinden. Zum Schutz vor Wühlmäusen hat sich die Pflanzung in einen etwa 60 cm breiten und 30 cm tiefen Korb aus kleinmaschigem 13mm Sechseck- Drahtgeflecht (keine Plastikummantelung) bewährt, welcher ohne zu binden um das Stämmchen geschlossen wird. Nach erfolgter Pflanzung tritt man die Erde um den Stamm herum zur Verbesserung des Bodenschlusses leicht an. Das Einschlämmen der Erde während der Pflanzung wird nicht empfohlen. Es führt -vor allem in Verbindung mit einem Antreten der Erde -zu einem "Einbetonieren" der Bäume und verhindert ein gesundes Wurzelwachstum. Gegen Wild-und, Frostschäden sollte der Stamm bis zum Kronenansatz mit einer Schilfrohrmatte geschützt werden, welche mit dehnbaren Materialien, beispielsweise Hohlschnur befestigt wird.

Baumscheibe

Sinnvoll ist es, das Erdreich der Baumscheibe als Mulde mit Gießrand auszuformen. Damit wird Niederschlagswasser aufgefangen und das Wässern der Bäume bei Trockenheit erleichtert. Übermäßiges Wässern schadet und führt zu Wurzelfäulnis. Zur Gewährleistung einer möglichst gleichbleibenden Bodenfeuchte und einer niedrig dosierten Nährstoffzufuhr hat sich das Abdecken der Pflanzscheiben mit einer 5 bis 10 cm starken Schicht aus Kompost bewährt.

Weitere Pflege der Jungbäume

Frisch gepflanzte Jungbäume sind besonders empfindlich für ungünstige Standortbedingungen. In den ersten Standjahren sind daher die Pflanzscheiben zur Ausschaltung jeglicher Wasser-und Nährstoffkonkurrenz von Gräsern und Kräutern durch oberflächliches Bearbeiten oder Mulchen freizuhalten. Ein Großteil der Baumausfälle ist auf die Nichtbeachtung dieses Gesichtspunktes zurückzuführen.

Baumschnitt

Da der Moselweinbergpfirsich am einjährigen Holz (Zuwachs des Vorjahres) trägt, ist er jährlich zurück zu schneiden. Dadurch wird neues Fruchtholz gebildet und ein Vergreisen der Krone vermieden. Nach den Spätfrösten im Frühjahr, also kurz vor bzw. in der Blüte, erfolgt der Fruchtholzschnitt. Nun kann sehr leicht zwischen den unterschiedlichen Triebarten unterschieden werden. Die sogenannten „Falschen Fruchttriebe“, werden entfernt. Das sind eher schwache Triebe, zwar voller Blütenknospen, jedoch nahezu ohne die zur Ernährung notwendigen Blattknospen. Hingegen sind die Fruchtknospen an den erhaltenswerten „Wahren Fruchttrieben“ mit Blattknospen garniert. Da Pfirsichbäume sehr zum Verkahlen neigen werden überzählige Triebe am älteren Holz generell auf Aststummel mit ein bis zwei Knospen entfernt. Die aus Blattknospen bestehende Holztriebe sollten nur verbleiben, wenn sie zum Gerüstaufbau benötigt werden.. . Für den spätreifen Weinbergpfirsich kann es sinnvoll sein, notwendige größere Schnitte im Sommer, also noch vor der Ernte, durchzuführen. Die bessere Wundheilung wiegt die Nachteile durch eventuelle Ertragseinbußen auf. Jedenfalls sollte ein Schnitt bei bald zu erwartenden Frösten unterbleiben.

Quellen:
1. Dr. Barbara Manthe, Gemeinde-und Städtebund Rheinland-Pfalz, Beilage zu Heft 1/1997
2. Wolfgang Schmitz, Bürgerservice Trier