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Landlust - Pfirsichblüte an der Mosel

In mehreren Schleifen schlängelt sich die Mosel zwischen den Städten Bremm und Cochem flussabwärts zwischen Eifel und Hunsrück dahin. Hier findet man eine fantastische Wein-Kulturlandschaft mit steilen Riesling-Lagen und malerischen Weinörtchen. Cochem gilt als Metropole des Roten Weinbergpfirsichs. Rund um Cochem und moselaufwärts bis nach Bremm sieht man bei Wanderungen die meisten Pfirsichbäu- me. Jeder der kleinen Winzerorte dazwi- schen kann als Ausgangspunkt für Wande- rungen zur Pfirsichblütezeit dienen.

Früchte der Römer

Wein und Pfirsich, das passt von alters her gut zusammen. Die Römer brachten den Wein nach Germanien und auch den „Perserapfel", den Pfirsich. Beide stellen an Boden und Klima ähnliche Ansprüche. Sie benötigen ein mildes Klima: im Herbst viel Sonne zum Ausreifen und warmen Boden, der in der Tiefe genügend feucht bleibt.
An der Mosel wachsen Weinstöcke und Pfirsichbäume einträchtig nebeneinander. Schon immer haben Winzer Pfirsichsteine dieses speziellen Weinbergpfirsichs neben die Weinstöcke in die Erde gesteckt. Die Früchte bereicherten die Winzerküche, zum Beispiel als Beilage zum Regionalgericht „Debbekooche", für Konfitüren oder Likör. Der Rote Weinbergpfirsich ist ein kleinkroniger Baum, der die Reben nicht beschattet und ihnen den Platz nicht streitig macht. Die Pflege der Bäume und die Ernte wurden nebenbei erledigt, wenn auch die Weinreben bearbeitet wurden. Zwischenzeitlich war der Weinbergpfirsich bei den Winzern in Vergessenheit geraten und man hatte sich auf den Weinbau konzentriert. Mittlerweile gibt es wieder mehrere Tausend Bäume an der Mosel.

Rosa Frühlingsboten

Im April zeigt der Rote Weinbergpfirsich als Frühlingsbote sein Talent. Je nachdem, wie frühlingshaft die Temperaturen sich entwickeln, öffnen die Bäume in der ersten bis dritten Aprilwoche ihre Blüten. Die über und über mit rosa Blüten besetzten Bäume sind auf den Wanderungen von weit her zu sehen. Die Reben sind zu dieser Zeit noch unbeblättert. Die Parzellen stehen im flachen Gelände am Ufer der Mosel und in den Hausgärten. Die geschützten Tallagen machen die Region zu einer der wärmsten in Deutschland. Die Pfirsichbäume wurden aber auch in die steilen Hänge zwischen die Weinreben gepflanzt. Die Steillagen und Terrassen sind meist nach Süden oder Südwesten ausgerichtet. Sie bieten den Reben und dem Weinbergpfirsich ein günstiges Mikroklima. Die Steilhänge konnten oft nur durch die Anlage von Terrassen urbar gemacht werden. Über Jahrhunderte hinweg wurden die Steinmauern gepflegt und instand gehalten. Die wichtigste Rebsorte ist der Riesling, der auf den warmen Schieferböden ideale Wachstumsbedingungen findet. Oberhalb der Weinberge schließt sich der Niederwald mit Traubeneichen, Hainbuchen, Elsbeeren und wildem Buchsbaum an. Auf den Höhen wachsen Buchen- und Eichenwälder, die auf den angrenzenden Höhenzügen der Eifel und des Hunsrücks in dunkelgrüne Tannenwälder übergehen.

Seltene Tiere und Pflanzen

Die Steillagen an der Mosel bieten einer ganzen Reihe von wärmeliebenden Tieren und Pflanzen einen idealen Lebensraum. Beim Spaziergang durch die Weinberge sieht man Zauneidechsen in die Mauerfugen huschen. Mehr Glück braucht man, um eine Smaragdeidechse zu beobachten, da sie sehr selten ist. Im Frühling blühen an sonnigen Stellen Kuhschellen. Der Felsen-Goldstern wächst in den Fugen der Trockenmauern. Thymian- und Majoranpolster verströmen in der Sonne ihren würzigen Duft. Die Zippammer lebt gerne in den Terrassen der Weinberge, sie ist das ganze Jahr zu beobachten. Noch viele andere wärmeliebende Tiere und Pflanzen besiedeln den besonderen Lebensraum der Kulturlandschaft Terrassenmosel. Bei einer Rast in den kleinen Winzerorten längs des Weges bieten sich zahlreiche Einkehrmöglichkeiten. Hier genießt man regionales Essen, Produkte des Roten Weinbergpfirsichs und natürlich ein Glas Mosel-Riesling.

WANDERN ZWISCHEN COCHEM UND BREMM

APOLLOWEG, Länge: 7,5 km, Rundweg durch die Weinberge von Valwig, Aufstieg bis Valwigerberg, Aussicht auf die Mosel, auf Weinbergpfirsiche und die Reichsburg in Cochem. Im Sommer begegnet man dem Apollofalter, der an der Mosel heimisch und Namensgeber des Weges ist.
www.apolloweg-valwig.de

BREVA, WEIN & WEG, Länge: ca. 3,5 km, führt durch den „Valwiger Herrenberg", eine bekannte Weinlage. Verbindet Valwig moselaufwärts mit Bruttig-Fankel und Ernst am anderen Moselufer.
www.brevaweinundweg.de

ERLEBNIS MOSELKRAMPEN, Gesamtlänge: 15 km, verbindet die Weinorte Ellenz-Poltersdorf, Ernst, Bruttig-Fankel und Beilstein. Einstieg in die Tour in allen Orten möglich. Wanderung auf Teilstrecken ebenso möglich. Führt abwechslungsreich durch Weinberge, Brachen und Wald.
www.erlebnis-moselkrampen.de

CALMONT KLETTERSTEIG, Länge: 6 km, zwischen Ediger-Eller und Bremm, die „Königsdisziplin". Anspruchsvoller Klettersteig durch den steilsten Weinberg Europas. Spektakuläre Passagen werden mit Leitern und Stahlseilhalterungen überbrückt. Die Anstrengung wird mit herrlicher Aussicht auf alte und junge Weinbergpfirsiche und den gegenüber liegenden Petersberg mit der Ruine des Klosters Stuben belohnt. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kondition sind erforderlich.
www.calmont-region.de
, www.calmont-mosel.de

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